Depression?

Samstagsseminar am Psychoanalytischen Seminar Bern, 26. April 2014, Beginn 9.30 Uhr

28. Februar 2014

Depression ist keine psychoanalytische Diagnose. Und dennoch empfiehlt sich die Psychoanalyse beständig als Behandlung der Wahl. Ist das dann Schwindel oder worum geht es dann? Was ist sie eigentlich, die Depression? Und wie depressiv ist die Depression? Diesen Fragen soll anhand von Falldarstellungen aus dem Kreis der Teilnehmerinnen und Teilnehmer nachgegangen werden, mit denen das Festgefügte der Depression klinisch und theoretisch unterlaufen werden soll.

Ist die Depression wirklich die klinische und schwere Ausführung der Melancholie? Und wie ist deren Verhältnis zur Trauer? Besteht das Leiden der Melancholie wirklich darin, dass sie nicht trauern kann und ist deshalb das Trauern das Rezept für unsere Zeit? Freud hat Trauer und Melancholie sehr klar voneinander geschieden und dabei die Melancholie pathologisiert. Woran die Psychoanalyse bis heute festhält. Dabei ist diese doch immer schon der Zustand nicht nur des Weltschmerzes, sondern auch des Weltentwurfs gewesen. Ist nicht dieses Ineinander von Weltverlust und Weltentwurf, vom Verlust des Objekts und seiner Neubildung genau das, worum es in der klinischen Praxis eben auch geht? Hier soll Freud mit sich selbst weitergedacht, sowie Kunst und Literatur als weitere „Fälle“ fruchtbar gemacht werden, um aus der Sackgasse der Depression zu kommen.

Es wird zwischen allen Ebenen hin und her gehen und die Konzepte durcheinandergeschüttelt, damit es wieder Platz gibt zum Denken in der Theorie, vor allem aber auch in der Praxis.

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